Krefeld. Der Krefelder Tennislehrer Christoph Müller, der für die Herren 30 des HTC Blau-Weiß aufschlägt und Mitglied im Hülser SV ist, ist seit Jahresbeginn neuer Bundestrainer der Damen im Deutschen Rollstuhl-Tennis-Verband.
RP-Sportredakteur Oliver Schaulandt sprach mit ihm über seine neue Aufgabe.
Wie wird man Bundestrainer?
Müller: Das war eigentlich Zufall. Bei einem Lehrgang bin ich angesprochen worden, ob ich nicht vertretungsweise den Co-Trainer für die Herren machen könnte. Da habe ich mich wohl ganz ordentlich geschlagen, und dann hat der Verband angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Damen zu übernehmen. Der Posten war ohnehin vakant, und jetzt hat der Verband gehofft, mit mir den richtigen Mann gefunden zu haben.
Mit unbefristetem Vertrag?
Müller: Ja, der Vertrag hat am 1. Januar begonnen, und das Ende ist undatiert.
Wie sieht Ihre Aufgabe dort aus?
Müller: Ich bin für die Betreuung des Nationalteams zuständig. das sind unsere beiden Top-Spieler, Katharina Krüger (Nummer 19 in der Damen-Weltrangliste, die Red.) und Nora Sommerfeld (Nummer 79, die Red.). Die beiden begleite ich zum Beispiel zu Turnieren. Mit Kati etwa fahre ich Ende Januar zu einem Einladungsturnier nach Frankreich. Mit beiden zusammen geht es im Juni nach Stockholm zum World Team Cup. Außerdem pflege den Kontakt zu ihren jeweiligen Heimtrainern. Dazu kommen etwa sechs Wochenendlehrgänge in Berlin, die ich planen und leiten muss, zudem soll ich auch weitere Spieler aus dem Jugendbereich sichten. Und Katharina Krüger bereite ich mit auf die Paralympics 2008 in Peking vor.
Sie spielen auch noch selbst als Mannschaftskapitän bei den Herren 30 des HTC Blau-Weiß in der Zweiten Bundesliga. Kommt das Spielen dort nicht zu kurz?
Müller. Ich hoffe, dass ich noch das Niveau halten kann, um dort mitzuspielen. Man muss in der Zweiten Liga schon sehr fit sein, und das wird schon knapp für mich. Aber die Mannschaft ist so ausgeglichen, dass ich ersetzt werden kann. Wenn ich selbst spiele, ist das trotz der Spielklasse für mich reines Vergnügen, aber der Job geht nunmal vor.
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